Ich frag mich ob der Verbrauch um Weihnachten allgemein immer runter geht.
So oder so ein Fortschritt, sonst wär der Anteil an EE die letzten Jahre um diese Zeit auch >100% gewesen
Ich kann mir schon vorstellen, dass in der Industrie über Weihnachten schon weniger verbraucht wird. Andererseits ist in der Jahreszeit wahrscheinlich auch das meiste Wind und Wasser und kein Solar.
Der Stromverbrauch an Weihnachten ist relativ normal für ein Wochenende oder Feiertag. Das ist so 20% weniger als an einem normalen Wochentag. Nur ist es nicht normal dass es dazu noch viel Wind gibt und der Zubau dieses Jahr war auch in Ordnung. Sprich das sollte es nächtes Jahr öfter geben. Vorallem im Sommer mit dem jetzigen Solarzubau.
Die Preise sind auf jeden Fall seit Tagen sehr günstig. Ich hab schon überall Phase und Nulleiter verbunden weil mir nix besseres mehr einfällt.

Hä kapier ich nicht heizt deine Heizung sonst umso mehr, desto billiger der Strom ist? Musst doch auch nicht krampfhaft Energie verschleudern nur weils grad weniger kostet?
heizt deine Heizung sonst umso mehr, desto billiger der Strom ist?
Ja klar. Normalerweise wird der Strom nach kurzen günstigen Phasen ja wieder teurer, siehste ja im Graph. Estrich ist als Energiespeicher ja schon in jedem Massivhaus verbaut, im Gegensatz zu nem riesigen Wasserspeicher oder Akkus. Ich hab da 8cm * 200m^2 von, also 35.2 Tonnen. Das sind 9.7kWh Wärmekapazität pro Kelvin die ich den Estrich anhebe. Wenn der Strom also drei Stunden billig ist, dann hebe ich den Estrich an so weit wie es geht und segele damit durch die folgende teure Phase. Das Konzept verreckt natürlich, wenn es einfach 24h billig ist. Das hatte ich bisher noch nicht, daher jetzt die Deckelung.
Musst doch auch nicht krampfhaft Energie verschleudern nur weils grad weniger kostet?
Ich sehe das nicht als verschleudern, ich sehe das als Nutzung überschüssiger Energie um dann das Netz entlasten zu können, wenn weniger zur Verfügung steht.
Super, ganz unironisch! Genau so sieht der Energieverbrauch der Zukunft aus!
Ah ja an Wärmespeicherung hatte ich jetzt nicht gedacht. Wie lange hält das so warm?
Ich schätze mal wenn du so mit den Zahlen umherwirfst hast du dir schon nen Kopf gemacht ob das letztlich ökonomisch/ökologisch ist. Und Strom ist wohl halt immer billiger wenn mehr EE einfließen, also keine zusätzlichen Emissionen
Und Strom ist wohl halt immer billiger wenn mehr EE einfließen
Jepp, das korreliert derzeit absolut direkt.
also keine zusätzlichen Emissionen
Eher ist der Effekt wenn man in den Zeiten Strom abnimmt: Weniger Abschaltungen von EE, damit weniger Entschädigungszahlungen an deren Betreiber.
Wie lange hält das so warm?
Immer die freie Taktzeit und die hängt von der Außentemperatur und der Windstärke ab. Wenn die Wärmepumpe also etwa 30% der Zeit laufen würde, also vielleicht bei 8°C, dann kann ich mit einer Stunde durchgehendem Aufheizen zwei Stunden danach ohne Heizen wohnen. Bei -5°C sind wir bei 50% Taktung, also wird aus jeder Stunde Dauerheizen nochmal eine Stunde ohne Heizen.
Das geht nicht beliebig lange, weil, siehe oben, irgendwann wird es sehr warm in der Bude und damit unkomfortabel - aber einmalig 5K anheben, also 5h reinheizen fällt im Raumklima nicht auf. Damit kommt man also bei -5°C mit einem Billigfenster von 5h über die nächsten teuren 5h. Bei 8°C dann eben über 10h.
ob das letztlich ökonomisch/ökologisch ist.
Ja, sicher. Einen billigeren Speicher als Estrich findest du nicht. Eine Wärmepumpe die lange am Stück läuft ist eine glückliche Wärmepumpe. Bei Kompressoren fällt der meiste Verschleiß in der Startphase an wenn Metall auf Metall gleitet und das Öl erstmal warm werden muss. Und bis jetzt liege ich mir dieser Strategie deutlich unter den Preisen die mich ein Wärmepumpentarif mit zweitem Zähler und hastenichgesehen kosten würde. Ich hab das bisher nur stichpunktartig ausgewertet, muss ich mal automatisieren, aber was ich bisher sehe bestätigt das.
Warum hat das nicht jeder?
Naja, zum einen hilft es, wenn man neu baut und in der Planunggsphase auf die Idee kommt, dass das so gehen könnte. Das ist alles keine Raketenchirurgie, aber erstaunlich viele Leute scheitern an so einfachen Sachen wie mal eben Wärmekapazität von nem gegebenen Klotz Material ausrechnen. Dann muss man eine Wärmepumpe finden an die man mit einer eigenen Steuerung andocken kann und man muss in der Lage sein, sich so ne Steuerung irgendwie zu bauen. Ich hab dafür ne Novelan, deren API, bissel selbstgeschriebenes Python und HomeAssistant.
Insgesamt ist das ganze gewachsen auf einem Haufen Priviliegien ab der frühen Kindheit, da müssen wir realistisch bleiben. Eltern die einen in Richtung Naturwissenschaften schubsen, Umgebung die das fördert, Uni, richtige Studienwahl, Job mit genug Geld für ein Haus und genug freie Zeit um so nen Scheiß jetzt zu bauen statt zwei Jobs zu arbeiten oder so. Wo’s Tauben hat fliegen Tauben hin.
Ich sehe leider nirgendwo am Markt, dass mal jemand ein System entwickelt, was sowas in einem Haus einfach “einbaubar” machen würde. Das allermeiste ist Software und public data. Du brauchst ein thermisches Modell des Hauses, ne Wettervorhersage, EPEX Spot Daten und jut. Eine Schnittstelle auf die die Heizungshersteller sich einigen und die offen und dokumentiert ist und dann ginge das schon. Aber wie gesagt, seh ich nirgendwo, damit wird das auch weiterhin ein Privileg bleiben :/
Wie lange hält das so warm?
Ganz konkreter Nachtrag für heute:

Heute morgen um 8:00 ging das Strompreisniveau auf “normal” hoch, seitdem ist die Regelkurve für die Fußbodenheizung wieder um 5K zurückgenommen. Wir haben jetzt 17:00, die WP ist bis jetzt nicht wieder angesprungen.

Wir sehen, dass die Böden seit 16:30 wieder Wärme aus dem Wasserspeicher abziehen. Wenn ich die Kurve so extrapoliere gehe ich davon aus, dass die WP erst um 20 oder 21 Uhr wieder was zu tun bekommt.
Bei welcher Raumtemperatur? Und frierst du auch mal vor dich hin weils grad nicht billig ist? :p
Lagen keine E-Autos unter Baum ohne Förderung
Oder alle haben da geladen wo sie zu Besuch waren - dann brauchste zu Hause keinen Strom *an die Stirn tipp*






